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Viele, die über die Weiterentwicklung von Schule und Unterricht
nachdenken, neigen zu der Auffassung, dass Lehrer/innen ihre Aufgaben
besser und effektiver lösen können, wenn sie kollegial eng
kooperieren.
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Meistens
ist die Rede von Teamarbeit. Bemerkenswert dabei ist, dass Lehrer/innen
sich zum Thema Teamarbeit eher verhalten äußern und weitreichende
Kooperationen häufig nur zögerlich eingehen. Dies wird von Außenstehenden
leicht als Rückständigkeit gedeutet, dem mit Fortbildungen
zu begegnen ist. Es ist aber die Frage, ob man sich gerade dann, wenn
man den Ausbau der Kooperation zwischen Lehrer/innen fördern und
voranbringen möchte, die Binnensicht der Lehrer/innen und ihre konkreten
Situationen nicht sehr viel genauer anschauen muss.
Die gedanklich schnelle Gleichsetzung von Kooperation unter Lehrer/innen
mit Teamarbeit führt dazu, dass man sich die Argumente, die für
Teamarbeit sprechen, gar nicht aus dem schulischen Erfahrungsraum
holt sondern bevorzugt aus dem Bereich wirtschaftlicher Organisationen,
wo in definierten Teilbereichen viele Erfahrungen gesammelt und wissenschaftlich
ausgewertet worden sind. Beim Rückgriff auf diese Erfahrungen wird
überwiegend nicht geprüft, ob oder unter welchen Modifikationen
die Argumente und Befunde überhaupt auf den schulischen Bereich übertragbar
sind.
Erfolgreiche Teamarbeit erkennt die Rahmenbedingungen im System Schule
an:
Der einzelnen Lehrkraft werden in Deutschland unterrichtsbezogen grundsätzlich
sehr viele Entscheidungen und Aufgaben bei hoher persönlicher
Autonomie und Verantwortung zugewiesen. Das schlägt sich zugleich
im beruflichen Selbstverständnis nieder. Die Bereitschaft zur Teamarbeit
wird dabei nicht belohnt.
Der Beamtenstatus fördert Leistungen und Sonderanstrengungen
nur bedingt. Neu eingeführte Steuerungs-, Kontroll- und Feedbackformen
sind eher angstbesetzt.
Der beruflichen Sozialisation zum Einzelkämpfer, die zur (bestenfalls
friedlichen) Koexistenz von Lehrkräften in der Organisation
Schule führt, stehen häufig verdeckte Formen der Konkurrenz
und nur wenig Erfahrungen der Kooperation gegenüber.
In vielen Fällen wird Teamarbeit von oben verordnet. Teambildungen
von unten benötigen einen informellen Vorlauf, um sich im
System Schule positionieren zu können. Vorausgesetzt die Schulorganisation
sieht keine speziellen Geburtshilfen vor.
Motivierte
und engagierte Lehrer/innen sowie Berufsanfänger/innen, die Teamarbeit
häufig offen gegenüber stehen, erleben ihre Arbeitssituation
auch ohne zusätzliche Anstrengungen zur Teambildung überwiegend
als Überlastungssituation.
Aus diesen Rahmenbedingungen ergeben sich Erfahrungswerte für die
Entscheidung für Teamarbeit in Schulen:
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